Das Festival Stuttgart Barock, 1987 von Frieder Bernius unter dem Namen Internationale Festtage Alter Musik gegründet, gehört zu den ältesten deutschen Festivals für Alte Musik und ist das bedeutendste Festival seiner Art im südwestdeutschen Raum. Zur Zeit findet es alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Kurzfestival Stuttgart Intermezzo statt. Regelmäßig zählt es die international renommiertesten Solisten und Ensembles der historisch informierten Aufführungspraxis zu seinen Gästen. Allein im Jahre 2006 konzertierten im Rahmen von Stuttgart Barock das Orchestra of the Age of Enlightenment unter Rachel Podger, der Chor des King’s College Cambridge unter der Leitung von Stephen Cleobury, das Ensemble Discantus Paris, der Violinist Fabio Biondi, der Altus Michael Chance und der Lautenist Nigel North in der baden-württembergischen Hauptstadt.
In den zwanzig Jahren seines Bestehens bot und bietet das Festival jeweils den neuesten Tendenzen der Alten Musik und ihren bedeutendsten Vertretern ein Podium. La Petite Bande war ebenso zu Gast wie The Consort of Musicke, Fretwork, Concerto Köln, die Tallis Scholars, The English Concert & Choir, das Amsterdam Baroque Orchestra, das Gesualdo Consort Amsterdam, Musica Fiata Köln, Das Ensemble Sequentia, Cantus Cölln, The London Classical Players, das Clemencic Consort, Al Ayre Espagnol, das Hilliard Ensemble, das Freiburger Barockorchester, Gothic Voices, Musica Antiqua Köln, das Ensemble Clement Jannequin, Musica Alta Ripa, die Akademie für Alte Musik Berlin, Accentus – Ensemble für frühe Musik Wien, das Leipziger Streichquartett und das Auryn Quartett, der Dresdner Kammerchor und die Dresdner Barocksolisten, London Baroque, The Sixteen, Rebel New York und viele andere. Zu den Dirigenten des Festivals zählen Sigiswald Kuijken, Anthony Rooley, Peter Phillips, Trevor Pinnock, Ton Koopman, Roger Norrington, Paul Goodwin und Reinhard Goebel.
Stuttgart Barock kann zudem regelmäßig mit einer glänzenden Solistenriege aufwarten: Ob Agnés Mellon, Lynne Dawson, Emma Kirkby, Nancy Argenta, Lina Maria Akerlund, Suzie Le Blanc, Susanne Rydén, Mechthild Bach, Mona Spägele, Sandrine Piau oder Letizia Scherrer, John Mark Ainsley, John Elwes, Peter Kooy, Markus Brutscher, Gerd Türk, Harry van der Kamp, Gotthold Schwarz, Randall Wong oder Ulf Bästlein – sie alle traten im Rahmen des Festivals auf.
Als Frieder Bernius im Jahr 1987 die Internationalen Festtage Alter Musik in Stuttgart ins Leben rief, leistete er damit Pionierarbeit. Die historisch orientierte Aufführungspraxis begann sich allmählich durchzusetzen, viele der heute berühmten Ensembles für Alte Musik wurden in jener Zeit gegründet. Stuttgart wurde durch Bernius’ Initiative mit einem Schlag zu einem Zentrum dieser Bewegung.
In den ersten sechs Jahren widmeten sich die Festtage der „Musik vor 1800“ in verschiedenen europäischen Ländern: Frankreich, England, Italien, Deutschland, Österreich und Spanien. In den neunziger Jahren setzte man thematische Schwerpunkte: „Civilisation und Kultur“, „Die Faszination des Fremden in der europäischen Musik“ und „Übergänge 1200-1900“ waren solche Themen. Zu Beginn des neuen Jahrtausends gelangen dem Festival mit „Musik am Dresdner Hof“ und „Musikschatz Baden-Württemberg“ geographisch-historische Themensetzungen.

